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Aquavit

Ein Nationalgetränk zu haben gehört zum guten Ton eines Landes. Doch nicht jedes Land hat ein so inniges Verhältnis zu seinem Nationalgetränk wie die Dänen zu ihrem Aquavit. Aquavit ist nicht einfach eine Spirituose wie viele andere, sondern eine hochwertige, anspruchsvolle Spirituose mit eigenständigem Charakter. Die Bezeichnung Aquavit ist nur dann zulässig, wenn die Aromatisierung mit einem Kräuterdestillat oder Gewürzdestillat vorgenommen wurde. Kenner schätzen Aquavit als ehrliche Spirituose, bei der man weiß, was man hat. Die Vorschrift verlangt von Aquavit mindestens 37,5 % vol. Alkoholgehalt.

Echte Aquavit-Fans machen aus dem Trinken eine Zeremonie. Ein guter Gastgeber sollte Aquavit stets im Gefrierfach verwahren – wohl wissend, dass der Aquavit dank seines hohen Alkoholgehaltes erst bei etwa minus 20 Grad Celsius gefriert. Man darf ihm unbesorgt -18 Grad Celsius zumuten. Außerdem lautet die Devise: Für jedes Getränk das richtige Glas! Das wahre Aquavitglas zeichnet sich durch einen hohen Stiel aus, der das Aufwärmen in der Hand verhindert. Auch der dünnwandige Kelch sorgt für einen möglichst geringen Kälteverlust. Der große Moment kommt dann, wenn die Gläser gefüllt werden: Sie bereifen langsam und dieser köstliche Anblick erweckt Vorfreude und Appetit.

Geschichte des Aquavits

Wann die Dänen ihren Aquavit erfanden, steht in keinem Geschichtsbuch. Sicher ist jedoch, dass die Geschichte des Aquavits ihren Anfang vor ca. 900 Jahren nahm. Begonnen hat der einzigartige Siegeszug in der schummrigen von ätzenden Dämpfen angefüllten Hexenküche eines unbekannten wissbegierigen Alchimisten. Hier entstand zunächst ein scheußlich schmeckender aber dennoch sehr belebender Alkohol, der den Namen "aqua vitae" bekam. Begehrt war dieses starke „aqua vitae“, das „Wasser des Lebens“, zunächst als Medizin gegen alle möglichen Leiden. Es sollte die Menschen vom Gift heilen, ihren Atem verbessern, Lunge und Brust reinigen, Tugenden und das Gedächtnis stärken, Entzündungen der Augen heilen sowie Leibschmerzen vertreiben. Vor allem aber ihr Leben verlängern. Zur damaligen Zeit waren der Dosierung allerdings ganz natürliche Grenzen gesetzt. Es muss scheußlich geschmeckt und in der Kehle gebrannt haben.

Erst im 16. Jahrhundert erfolgte die Wandlung zum Genussmittel. Apothekern und Mönchen kam die Idee dem „aqua vitae“ Gewürze und Kräuter beizufügen um den Geschmack zu überdecken sowie die Heilwirkung zu verstärken. Vor allem Kümmel und Dill erfreuten sich als Ergänzung großer Beliebtheit. Rasch erkannten die Dänen, dass sich das "aqua vitae" – vor allem in großen Mengen zugenommen – auch als Seelentröster und Muntermacher eignete. Und schon wurde vergessen, dass sich das Wort „Snaps“ (Schnaps) doch eigentlich von „schnappen“ ableitete. Von nun an beschränkte sich das dänische Volk nicht mehr darauf „einen Mundvoll zu schnappen“, sondern genoss ihr destilliertes Wässerchen in großen Mengen. In jeglichen Scheunen und Wohnküchen brannten die Dänen von nun an Alkohol – aus Wein, Getreide und später aus Kartoffeln.

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der dänische „Snaps“ allerdings fuselölhaltig und rau. Das änderte sich erst 1846, als Isidor Henius in Dänemark die Kolonnendestillation einführte. Dieses Verfahren ermöglichte die industrielle Alkoholproduktion und gleichzeitig eine Aquavitqualität, wie sie heutzutage gekannt und geschätzt wird. Somit war es endlich soweit: Zum ersten Mal konnten die Dänen ihren Aalborg Taffel Akvavit genießen. Das Wort „Taffel“, also die festlich gedeckte Tafel, sollte den hohen Qualitätsanspruch signalisieren.

Während des ersten Weltkriegs stieg die Branntweinsteuer plötzlich rapide. Von nun an mussten die Dänen bereits elf statt einer Krone für eine Flasche abtragen. Von Dänemark aus eroberte der dänische Aquavit natürlich auch Deutschland. Jedoch wurde der Import nach dem ersten Weltkrieg aufgrund hoher Zöller sehr teuer. Daher gründete das dänische Unternehmen „De Danske Spritfabrikker“ 1923 in Berlin Charlottenburg eine deutsche Produktionsstätte. Somit konnte schon in den 20er Jahren die erschwingliche Versorgung der deutschen Aquavit Liebhaber sicher gestellt werden.

Quelle:pernod-ricard-deutschland.de

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